Eine abgeschlossene Ausbildung hat viele Vorteile: eine bessere Chance auf Anstellung, höhere Bezahlung und fundierte Kenntnisse. Meist sind Auszubildende jung und müssen noch keine Miete zahlen. Wer sich im Erwachsenenalter ausbilden lassen will, kann sich das vielleicht nicht leisten. Mathias Ellert lebt vor wie das doch geht.

Mathias Ellert ist 29 Jahre alt und in einer Ausbildung zum Restaurantfachmann. Er steht mitten im Leben und kann schon mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen. Als angelernte Servicekraft jobbte er schon für viele Jahre bei verschiedenen Arbeitgebern. Für sein Alter ist es ungewöhnlich noch ausgebildet zu werden. In der Regel kommen Azubis gerade aus der Schule und leben normalerweise noch bei ihren Eltern. Dadurch kommen sie mit dem eher niedrigen Lehrgeld aus. Ellert ist allerdings schon an sein festes Gehalt gewöhnt und hat einen seinem Alter entsprechenden Lebensstandard.

Seit einem halben Jahr arbeitet Ellert im Maritim Hotel in Nürnberg. Dort begann er als Hilfskraft. Jetzt befindet er sich in Ausbildung und bezieht dennoch sein volles Gehalt. Möglich ist das durch die staatliche Arbeitsförderung. Diese wurde im Jahr 2019 durch das Qualifizierungschancengesetz erweitert. Damit können Beschäftigte unter der Voraussetzung von verschiedenen Bedingungen gefördert werden: Zum Beispiel wenn sie noch keine Berufsausbildung haben oder einen Beruf anstreben, der besonders gefragt ist.

Für Ellert ist die Förderung eine große Chance: “Ich kann meinen Lebensstandard halten und lerne in der Ausbildung so viel Neues, das ich vorher als angelernte Kraft gar nicht kannte.”

Auch das Maritim Hotel, in dem Ellert arbeitet, profitiert von den Förderungen. Die Personalleiterin des Hotels, Miroslava Polig, nennt weitere Vorteile: “Gerade in der gehobenen Gastronomie ist eine Ausbildung unabdingbar. Wir können mit der finanziellen Unterstützung unseren Mitarbeitern eine Perspektive bieten.” Die Zuschüsse werden je nach Unternehmensgröße ausgeschüttet. Bei Unternehmen mit unter zehn Mitarbeitern können die Weiterbildungskosten sogar vollständig vom Arbeitsamt übernommen werden. Ob eine Übernahme der Kosten im Einzelfall möglich ist, kann beim Arbeitsamt erfragt werden.

Finanzielle Unterstützung für Digitalisierung in Berufen

Neben der staatlichen und bundesweiten Förderung gibt es auch Unterstützungsangebote des Freistaats für Weiterbildungen. Dazu zählt zum Beispiel der Bildungsscheck. Dabei geht es um einen Pauschalzuschuss von 500 Euro. Die Voraussetzungen für die Förderung sind unter anderem:

  • Die Weiterbildung ist für den Bereich Digitalisierung
  • Die Ausbildungskosten liegen über 500 Euro
  • Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Wohnsitz oder Arbeitsort in Bayern
  • Ein Brutto-Jahresgehalt des Geförderten von über 20.000 Euro

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gespeist. Ziel der Förderung ist, laut der bayerischen Arbeitsministerin Kerstin Schreyer, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu erhalten.

Mathias Ellert ist in zwei Jahren ausgebildeter Restaurantfachmann. Er möchte auch andere Menschen dazu ermuntern, sich weiterzubilden und sagt: “Eine Ausbildung in der Gastronomie zu machen, bedeutet Karriere zu machen.” Möglichkeiten dazu gibt es viele.

Weitere Infos zu den Förderungen finden Sie unter den folgenden Internetadressen:

Qualifizierungschancengesetz

Bayerischer Bildungsscheck

Ansprechpartner der IHK Nürnberg für Mittelfranken
Ansprechpartner der IHK zu Coburg